menos wekwos wergom

Die Konservativen – zu denen sich der Autor dieser Zeilen wohl auch zählen darf – neigen oft dazu, Europa ausschließlich als «christliches Abendland» bzw. «jüdisch-christlich geprägt» anzusehen. Doch das ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Nicht alle Wurzeln Europas sind christlich. Nicht alle Wurzeln des Christentums sind jüdisch. Nicht alle Wurzeln des Judentums sind orientalisch.

Seit jeher ist Europa zu einem wesentlichen Teil von einer geistigen Tradition geprägt, deren Herkunft als indoeuropäisch bezeichnet wird. Das Projekt «menos wekwos wergom» soll auf dieses Erbe rekurrieren und es im republikanischen Geist der Freiheit für die politisch-kulturelle Debatte der Gegenwart fruchtbar machen. Das ist dringend notwendig, da heute nicht nur gewisse Konservative, sondern auch linksideologische Multiplikatoren daran arbeiten, die Erinnerung an diese Überlieferung anzuprangern und auszulöschen. Etliche Beispiele für das Vorgehen beider Lager werden von mir in den hier eingestellten Texten, die zu einem großen Teil schon in schwer erhältlichen Druckerzeugnissen erschienen, dokumentiert und analysiert.

Der Name des Projekts besteht aus drei sprachwissenschaftlich rekonstruierten Begriffen, deren Kombination laut Prof. Jean Haudry das Ideal einer Übereinstimmung von Gedanken, Worten und Taten in der indoeuropäischen Kultur zum Ausdruck brachte.

Ralf Kaiser